Europa

Ehemaliger bosnisch-serbischer General Ratko Mladić im Alter von 84 Jahren in Haft gestorben

Ratko Mladić ist tot. Der ehemalige Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben starb im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag. Mladić wurde wegen Völkermords zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er selbst erkannte das Gericht nicht an.
Ehemaliger bosnisch-serbischer General Ratko Mladić im Alter von 84 Jahren in Haft gestorben

Der frühere bosnisch-serbische General Ratko Mladić ist tot. Er starb am Donnerstag, dem 27. August 2026, im Alter von 84 Jahren in einem Gefängniskrankenhaus in Den Haag. Das bestätigten sein Anwalt und ein Vertreter der Vereinten Nationen. Mladić verbüßte dort eine lebenslange Haftstrafe wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Mladić war während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 Oberbefehlshaber der Armee der bosnischen Serben. Ihm wurden schwere Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit der Einnahme Srebrenicas zur Last gelegt. Vor allem die Länder des Kollektiven Westens sprechen in diesem Zusammenhang von Völkermord. Russland und China schließen sich dieser Deutung nicht an. Serbien und die Republika Srpska erkennen zwar an, dass es schwere Verbrechen gegeben hat, lehnen den Begriff "Völkermord" jedoch ab. 

Nach dem Ende des Krieges war Mladić zunächst jahrelang untergetaucht. Erst im Mai 2011 wurde er in Serbien festgenommen und anschließend nach Den Haag an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien überstellt. Während des Prozesses wies er die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zurück. Zudem erkannte er die Zuständigkeit des Gerichts nicht an. Unter anderem der deutsche Völkerrechtler Norman Paech kritisierte, das Gericht werde politisch instrumentalisiert. 

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